Verein zur Unterstützung Basler Absolventen auf dem Gebiet der Alten Musik
Delsbergerallee 75, CH-4053 Basel, Telefon ++41 (0)61 361 03 54
www.festtage-basel.ch, info@festtage-basel.ch
Programm
Anonym
Altissima stella lucente (Lauda)
Firenze, laudario Magliabechiano II, I, 122
Anonym
Kyrie (Rondello)
Roma, Biblioteca Apostolica Vaticana,
ms. Urb. Lat. 1419
Anonym
Gloria
Gubbio, Archivio di Stato, Corale O
Hubertus de Salinis
Credo (Anfang 15. Jhdt.)
Bologna, Civico Museo Bibliografico
Musicale, Q15
Mediolano
Sanctus (Ende 14. Jhdt.)
Oxford, Bodleian Library,
Can. Pat. Lat. 229
Gherardello da Firenze (ca. 1320–1362)
Agnus Dei
Paris, Bibl. National, fonds italien 568
Anonym
Deo gratias
Parma, Biblioteca Palatina, ms. 983
***
Anonym
La manfredina,
la rotta della manfredina*
London, British Museum, ms. add. 29987
Jacopo da Bologna
Sotto l’imperio del possente prince (Madrigal) (ca. 1340–1360)
Paris, Codex Reina, n.a.fr. 6771
Francesco Landini (1325–1397)
Adiu, adiu, dous dame
(Diminution von M. Lewon über das Virelai)* Firenze, Codex Squarcialupi 87
Anonym
Lucente stella (Ballata)
Roma, Codex Rossi 215
Giovanni da Firenze
O perlaro gentil (Madrigal) (1340–50)
Firenze, Panciatichiano 26
Vincenzo da Rimini (zweite Hälfte 14. Jhdt.)
Ita se n’era star,
(Istampitta von B. Romain über
das Madrigal)*
Paolo da Firenze (ca. 1355–1436)
Godi, Firençe (Madrigal)
Paris, Bibl. National, fonds italien 568
*instrumentale Version

Lorenza Donadini
Agnieszka Budzinska-Bennett
Daniel Issa
Marc Lewon
Baptiste Romain
Zum Programm
Wer sich die Welt der mittelalterlichen Musik eindimensional und eintönig vorstellt, wird von diesem Programm mit Musik des italienischen Trecento und Quattrocento angenehm überrascht sein: Es spannt einen klangreichen Bogen von den majestätisch strengen Harmonien der mehrstimmigen Messe bis zu den verfeinerten, höfischen Madrigalen und Ballaten. Das Ensemble Perlaro hat für dieses Programm einige besondere musikalische Perlen entdeckt und es sich zur Aufgabe gemacht, diese dem Publikum zu Gehör zu bringen.
Das Konzert beginnt mit der Lauda Altissima Stella Lucente, einer Hymne auf die Gottesmutter Maria. Es folgen Teile von Messevertonungen in verschiedenen Stilen, darunter als Beispiele in frühem Trecentosatz das anonym Gloria und das Agnus dei von Gherardello da Firenze. Das Credo des Franzosen Hubertus de Salinis und das Sanctus von Mediolano («aus Mailand kommend») verraten einen Kompositionsstil, der neue Einflüsse aus dem Norden aufweist.
Der zweite Teil des Konzerts beinhaltet Stücke, die im dolce stil nuovo («süßer neuer Stil») vertont wurden, einer im Norditalien des 13. und 14. Jh. entstandenen literarischen Bewegung, die ihre höchste Blüte bei Dante Alighieri fand. Kennzeichnend für diesen von zahlreichen und oft anonymen Autoren imitierten Stil der Liebeslyrik ist ein Reichtum an Bildern, lebhaften Farben und Symbolen, in der die Liebe detailliert und in einer nahezu unendlichen Reihe raffinierter Facetten thematisiert wird.
